Kneipp-Tipps für Zuhause

Monatlich veröffentlichen wir einen Tipp, den Sie ganz einfach in Ihren Alltag integrieren können. 

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Wirkstoff Bewegung

„Um gesund zu bleiben, muss sich der Mensch bewegen“

Sebastian Kneipp

Bewegung wirkt sich nicht nur positiv auf den Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System aus, sondern auch auf den gesamten Stoffwechsel und die Nerven. Damit verlängert Bewegung das Leben, beugt Krankheiten vor und kann sogar heilen. Mediziner sind sich sicher: Bewegung wirkt wie eine gut dosierte Arznei. Warum? 
Weil die Muskeln das größte Stoffwechselorgan sind und vielfältige positive Effekt im Körper erzielen. Allerdings gilt auch hier wie bei einem Arzneimittel, dass die Dosierung stimmen muss: im rechten Maß hält Bewegung gesund und schütz vor Krankheiten.

Empfohlen werden für gesundheitsorientierte Aktivitäten mindestens 150 Minuten moderate körperliche Bewegung pro Woche.

  1. Sportlich zur Arbeit 
    Mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren
  2. Eine Station eher aussteigen
    Eine oder mehrere Haltestellen früher aussteigen und den Rest zu Fuße gehen
  3. Aktive Mittagspause
    Die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft nutzen
  4. Auto weiter weg abstellen
    Das Auto abseits abstellen und den Rest zu Fuß laufen
  5. Treppen steigen
    Treppen steigen statt den Aufzug oder die Rolltreppe nehmen
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Entspannung durch Bewegung – gelassen durch den Alltag gehen

„Im Maße liegt die Ordnung, jedes Zuviel und jedes Zuwenig setzt an Stelle der Gesundheit Krankheit.“

Sebastian Kneipp

Die innere Mitte finden und gelassen durch den Alltag gehen. Das wünschen wir uns derzeit wohl alle. Aber wie kann das funktionieren, wenn im Außen alles auf Angst, Krankheitsvermeidung und Krise geschaltet ist?

Nachweislich können verschiedenste Stressoren im Innen und Außen das Immunsystem schwächen. Dies geschieht auch jetzt, wenn wir nicht achtsam mit uns umgehen, denn der Körper wird automatisch in den sogenannten „Fight-Or-Flight-Modus“ versetzt. Diese Stressreaktion ist ganz natürlich und die Antwort auf Gefahrensituationen. Der Körper schaltet dabei in eine Art „Boost-Modus“. Schlagartig wird Adrenalin freigesetzt, der Herzschlag schnellt nach oben, die Muskeln werden aktiviert, die Atemfrequenz erhöht sich. Das alles dient dazu, der Gefahrensituation begegnen zu können. Soweit so gut. Geraten aber die natürlichen Funktionen des Körpers aus der Balance und hält der Zustand der Stressreaktion über längere Zeit an, führt das dazu, dass beispielweise das Immunsystem oder unsere Psyche leiden und andere Funktionenstörungen auftreten können: Nervosität, Angstgefühle, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen oder Energielosigkeit.

Daher ist es wichtig, die gestörte innere Ordnung wieder ins Gleichgewicht zu bringen, um gelassener durch den Alltag zu gehen. Aber was können wir genau dafür tun?

Auch hierzu hat Pfarrer Kneipp eine Antwort. Er empfahl, auf den eigenen Körper zu hören uns stets für ein ausgeglichenes Verhältnis von Ruhe und Aktivität zu sorgen. 

  1. Yoga? Yoga!
    Yoga kann durch verschiedene Asanas für eine ausgewogene Entspannung sorgen. Einfach mal bei einem Kurs mitmachen und ausprobieren. Die Wirkung ist schnell zu spüren.
  2. Tai Chi
    Diese auch als innere Kampfkunst bezeichnete Sportart ist ideal geeignet, um zur inneren Ruhe zu kommen.
  3. Pilates
    Balanceübungen können helfen, Spannungsgefühle im Körper wahrzunehmen. So wird beispielsweise durch die Ausführung einer Standwaage sowohl der Geist durch den Fokus auf die Bewegung als auch der Körper beruhigt.
  4. Dehnübungen
    Geistige Anspannung kann sich auch auf die Muskelspannung übertragen. Dehnübungen können helfen, durch die reflektorischen Wirkungen auch unser Stressempfinden zu senken.
  5. Atemübungen
    Einfach mal auf das Ein- und Ausatmen konzentrieren und dem Atem dabei von der Nase bis in den Bauch folgen und umgekehrt. Die Gedanken kommen und gehen, werden dabei aber nicht bewertet. Die Konzentration liegt auf der Atmung. Mit ein wenig Übung gelingt es in die Ruhe und ins Hier und Jetzt zu kommen.
  6. Waldbaden
    Waldbaden kombiniert leichte Bewegungsaktivitäten, bei denen alle Sinne angesprochen werden. In Kombination mit der bewussten und achtsamen Wahrnehmung des Waldes führt das zu folgenden positiven Nebenwirkung: zwei Stunden Waldbaden erhöht nachgewiesener weise die Selbstheilungskräfte und stärkt das Immunsystem.
  7. Indian Balance
    Den Körper bewegen, während die Seele ausruht! Verschiedene Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen, Regenerations- sowie Tiefenentspannungsübungen und eine indigene Heilgymnastik führen zu einer inneren Ordnung der besonderen Art.
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Mit der richtigen Ernährung gelassen durch den Alltag

„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.“

Sebastian Kneipp

Schon 2007 hat die Weltgesundheitsorganisation festgestellt: Stress ist die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhundert.

Aber was macht der Stress im Körper? Er greift die körpereigenen Vitalstoffreserven an und leert diese. Schaffen wir es also nicht, diese Reserven wieder zu füllen, kommt der Körper aus der Balance und wird mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Folgen können Schlafstörungen, Angststörungen, Gereiztheit, häufige Infekte, Magen-Darm-Erkrankungen, erhöhter Blutdruck und anderes mehr sein. 

Heute wissen wir, dass vor allem ein gesunder Darm eine wichtige Voraussetzung für gute Laune ist. Warum? Zum einen gibt es eine direkte Verbindung zwischen Darm und Hirn, die so genannte Darm-Hirn-Achse. Im Darm werden Hormone gebildet, die direkten Einfluss auf unsere Stimmung haben. So zum Beispiel das Glückshormon Serotonin oder auch der Stress-Botenstoff Adrenalin. Der Darm funkt dabei ca. 90 % seiner „Stimmung“ an das Gehirn, das Gehirn aber nur 10 % an den Darm. Folglich sollten wir sorgsam mit unserem Darm umgehen. Zum anderen werden über den Darm alle wichtigen Bau-, Nähr- und Funktionsstoffe aufgenommen und er ist das Zentrum unseres Immunsystems. Es ist also wichtig, dass unser Darm und die dort lebenden 100 Billionen Bakterien gut mit Seelenfutter versorgt werden, denn: Essen kann glücklich machen.

In der Kneippschen Gesundheitslehre steht eine ausgewogene, gesunde und natürliche Ernährung ohne Verbote im Vordergrund. Diese kann dazu beitragen, die Funktion des Darms und damit unsere Gesundheit und unsere Stimmung positiv zu beeinflussen.

1. Abwechslungsreich und vielseitig essen, möglichst bunt

2. Gemüse und Obst in ausreichender Menge, vor allem Gemüse

3. Regional, saisonal und in guter Qualität. Bevorzugt Bio

4. Hochwertige Eiweiße, am besten pflanzlich, sowie wertvolle Fette und Öle als Baustoffe für unseren Körper

5. Alle Zutaten möglichst schonend zubereiten, um die Nährstoffe zu erhalten

6. So wenig als möglich verarbeite Lebensmittel verwenden. Wir sprechen auch vom Clean-Eating

7. Zucker und Alkohol in Maßen. Die Dosis macht das Gift

8. Auf die Zusammensetzung der Nahrung genauso achtgeben wie auf das „Zusammensetzen" am Tisch: Genuss, Freude, Ruhe und Zeit gehören ebenso zu einer gesunden Mahlzeit

9. Sebastian Kneipp empfiehlt zudem: Wasser, das beste aller Getränke

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Wasser zur natürlichen Stärkung des Immunsystems

„Im Wasser liegt Heil; es ist das einfachste, wohlfeilste und – recht angewandt – das sicherste Heilmittel.“

Sebastian Kneipp

Wasser und Kneipp das passt wie Topf und Deckel. Kneipp erkrankte seinerzeit an Tuberkulose, damals eine unheilbare Erkrankung. Es gelang ihm aber, sich selbst durch Tauchbäder in der Donau zu heilen, da er die Selbstheilungskräfte aktiviert hatte. Daher wird er oft auch als „Wasserdoktor“ bezeichnet, da er die alte Kunst zu heilen wieder gesellschaftsfähig machte. Heutzutage sind die Wasseranwendungen nach Kneipp vor allem wegen ihrer einfachen Durchführung so beliebt.

Wie kann Wasser das Immunsystem stärken?

Zum Beispiel durch Wassertreten, Bäder, Güsse und Wickel, oder die morgendliche kalte Dusche. Letzteres ist nichts für Warumduscher, aber sehr effektiv. Die Wasserwandungen können zu einer Abhärtung und Stabilisierung der Körperfunktionen beitragen. Dabei passiert einfach erklärt das Folgende: Das kalte Wasser regt den Körper an, da sich die Hautgefäße erst zusammenziehen und sich dann wieder weiten. Das geht mit spürbarer Erwärmung einher, da gleichzeitig die Durchblutung und damit der gesamte Stoffwechsel angeregt wird. Diese Körperantwort wird auch als Thermoregulation bezeichnet.

Bei regelmäßiger Durchführung können Wasseranwendungen eine Stärkung des gesamten Organismus und damit auch des Immunsystems ermöglichen. Zudem bei Stoffwechselstörungen helfen und das vegetative Nervensystem stabilisieren. Genial dabei: Egal welcher Teil des Körpers mit kaltem Wasser in Berührung kommt, der Reiz wirkt auf den gesamten Organismus. Daher können auch Armbäder oder Arm- und Gesichtsgüsse ähnliche Effekte erzielen. Aber Vorsicht: Wasseranwendungen mit kaltem Wasser sind nur für gesunde Personen mit gutem Allgemeinbefinden geeignet, vor allem bei einer kalten Ganzkörperdusche. Wichtig, nur die vorher warmen Körperpartien den Reizen aussetzen. 

1. Wassertreten für Zuhause: einen Eimer Wasser auf die Terrasse stellen (am besten Kniehoch
    befüllt) und täglich eine Minute im Storchengang darin treten. Kleine Übung mit großem Effekt

2. Morgens über die noch kühle Wiese barfuß im Tau laufen. Danach das Wasser abstreichen und die
    Füße durch Bewegung erwärmen. Am Schluss in trockene warme Socken steigen und das prickelnde
    Wohlgefühl genießen

3. Beim Wandern die müden Füße in einen Bach halten oder gleich im Bach Wassertreten. Danach
    die Beine vom Wasser abstreifen und wie oben beschrieben erwärmen

4. Nach der warmen Dusche kalt abduschen. Dabei den Körper langsam daran gewöhnen

Merke: 
Nur egelmäßige Wasseranwendungen können eine nachhaltige Stärkung des Immunsystems ermöglichen.

Wer genauer wissen will, wie Wassertreten und Güsse nach Kneipp angewendet werden, der kann dies am besten bei einem der örtlichen Kneippvereine in Erfahrung bringen.