Heilendes Wasser

Wasser ist Leben... 

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Der menschliche Körper besteht im Durchschnitt zu 67 Prozent aus Wasser. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Wasser auch im Hinblick auf unsere Gesundheit eine entscheidende Rolle spielt. In der Heilkunde ist Wasser als natürliches Heilmittel seit langem bekannt. Bereits die Römer erbauten prachtvolle Bäder, in denen frisches Quell- oder Thermalwasser Körper und Geist stärken sollte. Heute setzen Heilbäder und Kurbetriebe die kurative Wirkung von Wasser auf unterschiedliche Weise ein.

Anwedungsformen

Bei Trinkkuren wird das Heilwasser in Mengen zwischen 100 und 1.500 ml verabreicht. Mangelerscheinungen werden beispielsweise mit magnesium-, jod- oder calciumhaltigem Wasser bekämpft. Trinkkuren mit hydrogencarbonathaltigem Wasser wirken lindernd bei einer Reizung der Magenschleimhaut. Auch Radonwasser wird häufig als Trinkkur verabreicht und vor allem bei der Therapierung von Schilddrüsenfehlfunktionen eingesetzt.

Das Bewegungsbad ist eine Übungsbehandlung im Wasser unter Ausnutzung der Wärmewirkung und des Auftriebs des warmen Wassers. Da das Körpergewicht im Wasser lediglich 1/7 des normalen Gewichts beträgt, eignet sich das Bewegungsbad für viele Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel nach Frakturen, Operationen der Wirbelsäule, des Schultergelenks und ähnlichen Problemstellungen.

Kneippkuren gehören zu den wohl bekanntesten Wasseranwendungen. Vor einigen Jahrhunderten machte Sebastian Kneipp das Wassertreten salonfähig, indem er heraus fand, dass das Gehen in eiskaltem Wasser die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und dadurch das Immunsystem gestärkt wird. Die Kneipp-Medizin macht sich vor allem die Wirkung von warmem und kaltem Wasser auf den Körper zu nutze. Der kalte Temperaturreiz beim Wassertreten oder Armkneippen und das anschließende Aufwärmen durch Bewegung regen den Stoffwechsel an und führen zu einer verbesserten Durchblutung. Ein Wechselfußbad in warmem (36 bis 38 Grad Celsius) und kaltem (ca. 15 Grad Celsius) Wasser lindert Kopfschmerzen und hilft bei Kreislauf- und Durchblutungsstörungen.

Als feiner Nebel oder Dampf wirken Heilwässer auch lokal auf die Schleimhäute. Durch das Inhalieren der feinen Tröpfchen werden die Selbstreinigungsmechanismen des Körpers angeregt, festsitzender Schleim in den Atemwegen wird gelöst und Entzündungen gelindert. Aerosole, also Tröpfchenpartikeln in der Luft, werden insbesondere bei Bronchitis und asthmatischen Erkrankungen eingesetzt. Dampfbäder haben eine ähnliche Wirkung, allerdings entsteht der Nebel bzw. Dampf hier durch Erhitzen des Heilwassers und nicht durch eine Verneblungsmaschine.

Arten von Wasser

Thermalwasser zeichnet sich durch eine hohe Temperatur bereits an der Quelle aus: Mindestens 20 Grad Celsius muss es warm sein, damit es sich überhaupt Thermalwasser nennen darf. In den meisten Fällen wird es vor der Nutzung im Becken aber noch auf eine angenehme Badetemperatur von 35 bis 38 Grad Celsius erwärmt.

Auf seinem Weg durch unzählige Gesteinsschichten können sich in dem Wasser auch Salze aus dem Urmeer auflösen. Dabei entsteht eine salzhaltige Sole, die heiltherapeutisch eingesetzt wird. Nur Wässer mit mindestens 5,5 g Natrium- und 8,5 g Chloridionen pro Liter dürfen sich als Sole bezeichnen. Solebäder mobilisieren die körpereigenen Abwehrkräfte und stärken das Immunsystem. Durch die große Auftriebskraft werden Unterwasserbehandlungen begünstigt und außerdem Gelenke und Muskeln entspannt. Auch bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte wirkt hoch konzentrierte Sole heilend.

uch schwefel- und radonhaltige Wässer werden seit einiger Zeit in der Heilmedizin angewandt. Schwefelbäder haben bei Hauterkrankungen und Rheuma eine therapeutische Funktion. Außerdem entspannen sich schon nach dem ersten Bad die Muskeln und die Durchblutung wird deutlich verbessert. Auf Schwefelbäder verzichten sollte man allerdings bei akuten Entzündungen, Herzinsuffizienz, Thrombosen und Tumorleiden. 
Das radioaktive Edelgas Radon ist in geringen Dosen in manchen Quellen zu finden. Als Trinkkur oder Bad lindert Radonwasser Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen, Formen von Arthritis, Arthrose, Asthma und Bronchitis und hilft bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte.

Indikationen

-Herz- und Gefäßerkrankungen, Herzinfarktnachbehandlung, Blutdruckanomalien, Arteriosklerosen, Venenerkrankungen, post-thrombotische Zustände
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 Vegetativ-nervale Funktionsstörungen, psychovegetative Syndrome, psychosomatische Versagenszustände, unterstützende Behandlung bei psychischen und neurologischen Erkrankungen
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 Chronische Atemwegserkrankungen
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 Organische und funktionelle Störungen und Restinsuffizienzen der Verdauungsorgane-Erkrankungen der Bewegungsorgane
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 Zustände nach Operationen aus den Bereichen der Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie
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 Stoffwechselleiden, unterstützende Behandlung bei Zuckerkrankheit und Fettsucht
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Abhärtung und allgemeine Leistungssteigerung, Vorsorgekuren bei Erkältungsanfälligkeit, vorzeitigen Verbrauchs- und Alterungserscheinungen